| Erfolgreiche Auftaktveranstaltung |
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Nachdenklich und kurzweilig, informativ und stimmungsvoll. So ging am 17. Juli die Auftaktveranstaltung zu „akrobat“ im Ravensburger Kornhaus über die Bu¨hne. „akrobat“ steht für „Arbeitgemeinschaft Kinderkrankenpflege Region Oberschwaben, Bodensee, Allgäu“. Nach mehrmonatiger Vorbereitungsphase hat das Projekt unter Federführung der Kirchlichen Sozialstation Ravensburg jetzt den Betrieb aufgenommen. „Sie bringen etwas auf den Weg, dass kranken Kindern und ihren Eltern helfen wird“, sagte Pfarrer Reinhold Hübschle. Zuvor hatte er aus dem Buch „Oskar und die Dame in Rosa“ gelesen, in dem es um einen schwerkranken Jungen Oskar und die unterschiedliche Wahrnehmung der Krankheit zwischen Oskar und seinen Mitmenschen geht. Die Eltern des fünfjährigen Julius schilderten anschließend den Alltag mit einem nierenkranken Kind, das seit vier Jahren intensiv betreut werden muss. Nach dem Julius drei Jahre lang zuhause dialysiert und über eine Sonde ernährt worden ist, bekam er im vergangenen Dezember eine Spenderniere. Für sie sei die professionelle Hilfe der Sozialstation eine wichtige Entlastung. Selbst Verwandte täten sich schwer, Julius für einige Stunden zu betreuen – aus Angst, im Ernstfall nicht richtig reagieren zu können. „Wir brauchen die Schwestern, die uns entlasten und die Verantwortung tragen“, so die Mutter in ihrem bewegenden Bericht. „Sie helfen uns, dass wir normal leben können“. Momentan nehmen die Schwestern den Eltern an zwei Abenden für jeweils vier beziehungsweise sechs Stunden die Pflege ab. Von Seiten der Kirchlichen Sozialstation wird „akrobat“ von Manuela Lutz, einer Kinderkrankenschwester mit Leib und Seele, betreut. Sie hat unter anderem Erfahrung auf der onkologischen Station der Uniklinik Freiburg gesammelt, die sie seit zwei Jahren in die Sozialstation einbringt. Der größte Wunsch der Kinder sei es, zuhause sein zu können, so Manuela Lutz. Dabei stießen die Angehörigen oft mir ihren Kräften an die Grenzen. „Mit unserer Arbeit möchten wir die Eltern unterstützen, die Kinder in ihrer Umgebung pflegen zu können.“ 40 Kinder unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Krankheiten oder Behinderungen werden bereits von der Sozialstation betreut. Das Neue an „akrobat“: Während die Administration weiterhin in Ravensburg bleibt, wird die Pflege von den Sozialstationen vor Ort u¨bernommen. Die kirchlichen Sozialstationen in Langenargen, Friedrichshafen, Leutkirch, Wangen und Schlier haben sich bereits angeschlossen. Tettnang und Isny stehen ebenfalls in der Startlöchern. Angestoßen worden ist die Arbeitsgemeinschaft „akrobat“ von Wolfgang Jauch, dem Geschäftsführer der Kirchlichen Sozialstation Ravensburg. „Die Zeit darf nicht für lange Anfahrten verschwendet werden, sondern muss voll für die Pflege der Kinder investiert werden“, so seine Motivation. Mit „akrobat“ hat die Sozialstation etwas geschaffen, das nach Jauchs Worten „in qualitativer Hinsicht weit über dem bundesweiten Durchschnitt liegt“. Die Vertreter der jeweiligen Sozialstationen waren ebenfalls bei der Auftaktveranstaltung anwesend. „Wir gehen davon aus, dass die Kinderkrankenpflege zuku¨nftig verstärkt nachgefragt wird“, sagte Cornelia Wetschorek von der Vinzenz-von- Paul gGmbH, die die Orte Wangen und Leutkirch abdeckt. Auch Astrid Meger von der Sozialstation Schlier begru¨sste „akrobat“ sehr und sieht ein großes Potenzial in ihrem Verbreitungsgebiet. „Seitdem das neue Angebot im Gespräch ist, haben wir vermehrt Anfragen nach Kinderkrankenpflege bekommen“, bestätigte Werner Figilister, Geschäftsführer der Katholischen Sozialstation Friedrichshafen. Und sein Kollege Josef Benz, Leiter der Katholischen Sozialstation Langenargen, fügte hinzu: „Durch ‚akrobat ist ein wichtiges Netzwerk entstanden, dass nicht nur wachsen kann, sondern auch wachsen muss.“ |


